Hebelschneider IDEAL 1135

Ohne vernünftiges Werkzeug macht die schönste Bastelei keinen Spaß. Nach einem Reinfall mit dem Fiskars Papierschneider, dessen Klinge fast im wöchentlichen Modus getauscht werden musste und einer Dahle507, die keine Inch-Skala besitzt, habe ich mir die IDEAL 1135 gegönnt.Hebelschneider IDEAL 1135

Das war übrigens im Jahr 2012. Ob du es glaubst oder nicht, sie schneidet heute noch wie am ersten Tag. Butterweich gleitet die Klinge durch sämtliche Papiere, Laminierfolie, dünnes Tyvek und sogar Pappe bis max. 2mm kannst du mit ihr schneiden, wobei ich 2mm schon als Höchstmaß ansehe, denn da wird es wirklich schon schwer, den Hebel herunter zu drücken und dabei eine gerade Schnittkante zu erhalten. Optimal sind Pappen mit einer Dicke von 1,5mm, das reicht für die meisten Arbeiten aus, trotzdem überlege ich, ob ich mir einen weiteren Hebelschneider zulege, mit dem ich auch 3mm schneiden kann.

Hebelschneider mit Inch und CM

Die Maßeinteilung sieht heute noch fast wie neu aus, selbst die kleinen mm-Markierungen haben sich in den letzten 5 Jahren nicht abgelöst, obwohl ich wirklich oft mit Pappe, Cardstock usw. auf der Metall-Arbeitsfläche herumrutsche 🙂 Der große Vorteil gegenüber einer Dahle ist, dass beide Maßeinheiten vorhanden sind. Ich verstehe die Leute bei Dahle nicht, in Deutschland gibt es nur nur CM (und das sogar bei den teuren Hebelschneidern) und in Übersee nur INCH, warum geht nicht beides???

Die automatische Pressung ist ja so genial, du brauchst dein Blatt nicht mehr mit den Fingern festhalten. Sobald du den Hebel nach unten bewegst, ist das Papier fest. Korrigieren kannst du dann entweder, indem du den Hebel wieder hochziehst oder du drückst vorn auf den kleinen roten Hebel, der hebt die Pressung ein wenig an. Überhaupt ist das Teil sehr solide gebaut, eine Ganzmetallkonstruktion made in Germany. Ich bin hochzufrieden, aber ein paar kleine Kritikpunkte gibt es auch (mit denen ich aber leben kann):

  1. Die Maßeinheiten gehen nicht bis 12″, das finde ich ein wenig schade, weil der Schneidetisch dies eigentlich hergeben würde.
  2. Das Teil nimmt ordentlich Platz weg, du solltest vielleicht einen festen Standort einplanen. Ich habe leider nicht so viel Platz und trage den Hebelschneider einfach am Griff durch die Wohnung 🙂
  3. Nach 5 Jahren ist das Gewinde im Rückanschlag (dieses rote Teil zum festschrauben) hinüber und muss ersetzt werden. Kostenpunkt: 8 Euro. Nicht die Welt, aber ich frage mich, ob man das mit der Schraube nicht besser lösen könnte.
  4. Schmale Streifen zu schneiden, ist mit ein wenig Rechnerei verbunden bzw. gar nicht möglich. Ich mache das meist so, das ich ein längeres Stück Papier cm-weise herunterschneide, wenn ich diese Funktion denn mal brauche, was selten vorkommt. Alles, was unter 1,5 Inch liegt, kann nicht mit dem Rückanschlag befestigt werden. Da solltest du evtl. eine Alternative zur Hand haben.

Das war es aber auch schon mit den “Nachteilen”, für mich überwiegen die Vorteile bei weitem und falls du dich entscheidest, dir das Teil zuzulegen, kann ich dir mitteilen: Der Hebelschneider kommt schon fix und fertig zusammengebaut ins Haus, lediglich die Acrylscheibe (Fingerschutz) muss noch montiert werden, was aber wirklich für jeden ein Kinderspiel ist. Der Schraubendreher war übrigens dabei 🙂

Ich bin nach wie vor zufrieden mit meinem Kauf, für den Preis von ca. 120€ bekommt man eine grundsolide Leistung über viele Jahre und letztendlich macht es einfach Spaß, damit zu arbeiten. So muss es sein!

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