Mein neues Art Journal – warum ich noch einmal von vorne anfange

Ich habe schon einige Versuche unternommen, ein Art Journal zu führen. Bisher habe ich nach der zweiten oder dritten Seite aufgehört, denn die Angst, etwas falsch zu machen und dann alles in die Tonne werfen zu müssen, scheint in solchen Momenten schier übermächtig. Und meist ist es doch so, dass man in diversen Videos nur wunderschöne Art Journal Seiten sieht, kein Wunder also, dass man sich viel zu viele Gedanken macht.

Dabei gibt es gar keinen Grund dafür. Ein Art Journal ist dazu da, Dinge auszuprobieren, Materialien zu testen und für sich selbst zu schauen, wo die Reise vielleicht mal hingehen soll. Niemand wird sehen, was du in deinem Journal so treibst (wenn du es nicht veröffentlichst) und ob es misslungen ist oder nicht, stört eigentlich nur dich. Man steht sich selbst im Weg. Kenne ich. Bin Profi darin. Aber ich will diese Angst überwinden und einfach anfangen. Mit einem neuen Art Journal.

Wie kam es zu diesem Neuanfang?

Überzeugt bzw. angefixt wurde ich von meiner lieben Bastelfreundin Lücki. Sie entdeckte auf der Kreativwelt die wunderbar bunten Art Journals von Studio Light. Diese haben eine Ringmechanik und sind bereits mit einem Stapel Papier sowie einer Klarsichttasche befüllt. Zuerst war ich skeptisch, aber dieses Teil hat tatsächlich nur Vorteile:

  • Du kannst die Blätter herausnehmen, um sie zu gestalten.
  • Du kannst völlig misslungene Seiten entfernen (was du aber nicht tun solltest).
  • Du kannst neue Seiten hinzufügen, zB. verschiedene Papierarten.
  • Du musst keine Seiten zusammen kleben wie in einem Buch, damit sie stabil sind.
  • Der Buchrücken kann nicht zu klein werden.
  • Auf der Rückseite jedes Blattes kannst du alle Arbeitsschritte schriftlich festhalten, um später noch einmal nachzusehen, wie zB. ein bestimmter Effekt entstanden ist.
  • Die Klarsichttasche kannst du für unterwegs nutzen (Schnipsel, ein paar Farben, Wassertankpinsel)

Mir gefällt dieses Art Journal sehr gut, man ist dadurch sehr flexibel.

Der Neuanfang

Als Lücki mir den Vorschlag machte, über Skype eine Video-Bastelsession zu starten, war ich sofort dabei. Sie gab die jeweiligen Arbeitsschritte vor und ich machte mit. Jeder auf seine Art mit eigenem Material. Wir haben zwischendurch unsere Werke in die Kamera gehalten und gestaunt, wie unterschiedlich sie doch geworden sind. Auf dem folgenden Bild siehst du meine Seite links neben der von Lücki (rechts). Man sieht, dass sie schon ein richtiger Profi ist.

Ich kann dir so eine Session über Skype nur empfehlen. Es macht total Spaß, sich über Video auszutauschen und quasi zusammen zu basteln, obwohl man hunderte Kilometer voneinander entfernt wohnt. Und: wir gackerten fröhlich vor uns hin und haben deshalb einfach nicht weiter drüber nachgedacht, was wir da tun. :-)

Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Man sollte nicht zuviel drüber nachdenken. Art Journaling hat auch immer etwas mit Überraschungen zu tun, besonders im Mixed Media Bereich. Man kann nun einmal nicht voraussagen, wie zB. die Farben verlaufen werden oder wo genau die Farbspritzer landen. Man lässt sich überraschen und genau das ist so faszinierend daran.

Meine Seite ist – wie nicht anders zu erwarten – sehr bunt geworden, was an den unglaublich intensiven Farben der Dylusions Ink Sprays liegt.

Wie hab ich es gemacht?

Zuerst wurden Papierschnipsel auf die Seite aufgeklebt und mit Gesso überstrichen. Anschließend wurden die Farben sowie Strukturpaste mit Schablone aufgetragen. Aus Papierresten habe ich mir kleine TAGs zugeschnitten, die Ecken mit meinem neuen Corner Chomper* abgeknipst und alles mit Distress Oxides eingefärbt. Nun fehlte nur noch ein Stück Band und die Anordnung auf meiner Seite konnte beginnen.

Ein Stanzteil aus der Weathered Clock von Tim Holtz* lag hier noch herum, es wurde mit schwarzem Gesso bestrichen. Das eingefärbte Band und ein kleiner gestempelter Spruch kamen noch oben drauf. Zum Schluss habe ich noch Farbspritzer mit schwarzer Acrylfarbe aufgetragen.

Siehst du? Eigentlich eine ganz simple Seite, nach typischem Vorgehen erstellt. Und trotzdem ist es ein Unikat, es wird es keine zweite, identische Seite geben. Nirgendwo. Möchtest du nicht auch ein paar ganz persönliche Unikate von dir in deinem Art Journal haben?

In meinem Post “Willkommen zurück!” habe ich dich bereits auf meine Blog-Aktion hingewiesen, die ich im April starten werde. Du weißt deshalb bereits, dass es eine einfache Mitmach-Aktion für alle Mixed Media Interessierten sein wird, bei der es auch etwas zu gewinnen gibt. :-) Achja, wir werden vorerst nicht mit Gesso & Pasten hantieren. Vielleicht ist das sogar ein Grund für dich, es zu probieren. Ich hoffe sehr, dass du dabei bist.

Bis dahin bleibe oder werde gesund und hab eine schöne Zeit. Im nächsten Beitrag zeige ich dir eine Mixed Media Karte. Ein Video gibt es ebenfalls dazu. Ich freue mich auf deinen Besuch!

Viele Grüße aus dem Papiertraumland.

2 Kommentare

  1. Cooler Beitrag Heike! Aber so toll wie ich das auch alles finde, es ist nix für mich, aber freue mich sehr, wenn ich immer wieder solche Arbeiten von Dir zu sehen bekomme.

    lg die hippe

    • Ach Conny, das hätte ich jetzt aber nicht von dir gedacht… ;-) Es ist wirklich nichts für dich? Bist du dir da auch ganz sicher? Du magst doch auch Vintage- und Mixed Media Karten und niemand muss zwangsläufig mit Gesso matschen. Vielleicht überlegst du es dir noch einmal, ich würde mich freuen, sieh es einfach als meditative Entspannung. ;-) LG Heike

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