Coloration mit Aquarellfarben, eine Anleitung zum nachmachen.

Nachdem du in meinem Beitrag “Stempeln – Wie geht das?” nachlesen konntest, wie das mit den Stempeln und Stempelkissen funktioniert, möchte ich dir die Coloration mit Aquarellfarben etwas näher bringen.

Worum geht es in diesem Beitrag?

In diesem Beitrag erkläre ich dir, was du bei der Coloration mit Aquarellfarben beachten solltest, welches Material du benötigst und welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Pinselarten haben.

Zunächst zeige ich dir eine Karte, deren Motiv mit Aquarellfarben coloriert wurde:

Metoyou Tatty Teddy

Ich finde, dass man bei fast keinem Medium so unterschiedliche Variationen erhält wie bei Aquarellfarben. Du kannst ein Motiv ganz zart oder – wie in meinem Beispiel – auch sehr kräftig und kontrastreich colorieren. Meist entscheidet darüber der persönliche Geschmack. Aber auch die Übung spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Wenn du dich entschieden hast, deine Stempelmotive mit Aquarellfarben zu colorieren, gibt es einige Dinge, auf die du achten solltest.

Papier

Für Aquarellfarben solltest du immer das richtige Papier benutzen. Karteikarten oder Druckerpapier eignen sich nicht. Das Papier muss saugfähig sein. Aquarellpapier mit einer Mindeststärke von 200g sollte deine erste Wahl sein.

Ich bevorzuge eine feine Struktur oder auch satiniertes Aquarellpapier (ganz glatt, aber dafür oft sehr teuer), weil manche Stempelabdrücke recht filigran sind. Sie würden auf einem grob strukturierten Papier fehlerhaft abgebildet werden.

Gängige Papiersorten

Die folgenden Papiere sind nicht sehr teuer und ihren Preis meiner Meinung nach wert. Ich benutze folgende Sorten ganz gerne:

  • Canson Montval 200g – ein Universalpapier, welches günstig und gut ist und deshalb von sehr vielen Stempelbegeisterten benutzt wird.
  • Hahnemühle Burgund oder Britannia 300g – benutze ich sehr gerne für meine Colorationen, du bekommst es in jedem gut sortierten Laden für Künstlerbedarf.
  • Tombow satiniert 300g – ein ganz glattes Aquarellpapier, du bekommst es zB. im Idee Creativ Shop.

Generell empfehle ich dir, einfach mal die ein oder andere Sorte zu probieren. In meinem Etsy-Shop kannst du kleine Probierpakete erwerben. So kannst du ausprobieren, welches Aquarellpapier dir am besten liegt.

Pinsel

Hier musst du nicht wählerisch sein. Es gibt eigentlich nur zwei Arten von Pinseln:

Wassertankpinsel

Das sind Pinsel, die im Schaft mit Wasser gefüllt werden, dadurch geben sie beim malen gleichmäßig Wasser in die Spitze des Pinsels.

Vorteil: Du brauchst den Pinsel nicht ständig in den Wassernapf tauchen. Gerade als Anfänger hat man oft Probleme, die richtige Menge an Wasser auf einen Pinsel zu bekommen. Manchmal ist es zuviel, ein andermal ist der Pinsel zu trocken. Das kann dir mit einem Wassertankpinsel nicht passieren.

Nachteil: Manche Wassertankpinsel neigen dazu, zuviel Wasser abzugeben, du hast dann Mühe, den Farbfluß zu kontrollieren. Ich empfehle dir deshalb die Pinsel, die ich nutze und mit denen ich super zufrieden bin: Pentel Aqua Brush.

Aquarellpinsel

Das sind die Pinsel, die schon aus der Schulzeit kennst. Diese Pinsel müssen nicht teuer sein. Wichtig ist, dass sie eine richtig feine Spitze bilden, wenn du sie ins Wasser getaucht hast. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Pinsel fransig ist.

Vorteil: Der größte Vorteil liegt darin, dass du diese Pinsel in allen möglichen Größen kaufen kannst. Während es bei Wassertankpinseln eigentlich nur 3 feste Größen gibt, kannst du bei normalen Aquarellpinseln auch ganz feine (Größe 0 oder 1) als auch ganz große (ab Größe 10) Exemplare kaufen.

Weiterhin kannst du mit diesen Pinseln auch mal nass-in nass arbeiten, also mit Viel Wasser und unterschiedlichen Farben, die dann ineinander verlaufen. Gerade bei Szenen mit Landschaften, die du gestempelt hast, wirkt das richtig gut.

Nachteil: Es ist schwierig, besonders am Anfang, die Wassermenge auf dem Pinsel zu kontrollieren. In der Regel hat man das aber schnell raus. Es ist wie mit jedem Werkzeug oder Basteltool: Man muss es erst kennenlernen.

Farben

Ich benutze seit ewigen Zeiten die Aquarellfarben von Schmincke. Sie lassen sich gut mischen, haben einen ordentlichen Anteil an Pigmenten und eine gute Leuchtkraft auf dem Papier.

Im Handel gibt es unterschiedliche Sets zu kaufen, von wenigen Farben bis zu über 100 Farben ist alles dabei. Die Farbe befindet sich dabei in kleinen Näpfchen, das sind kleine Plastikbehälter, die man immer wieder befüllen kann. Der Vorteil der Sets ist, dass eine Mischpalette bereits integriert ist.

Die Sets sind leider recht teuer, aber Qualität hat ihren Preis. Möchtest du erstmal ausprobieren, ob dir das Medium Aquarell überhaupt liegt, dann empfehle ich dir günstigere Farben.

Ich kann dir die kleinen Sets von Winsor & Newton (Cotman) empfehlen, alternativ kannst du dir auch einzelne kleine Näpfchen von Schmincke (Horadam) zulegen. Sie halten ewig und die Farbe lässt sich auch nach einem Jahr noch genauso gut anlösen wie beim Kauf.

Im Prinzip ist es egal, welche Aquarellfarben du benutzt. Wichtig ist, dass es dir Freude macht, damit zu arbeiten.

Wie man am besten coloriert

Zuerst suchst du dir deine Farben aus. Sie sollten idealerweise zum verwendeten Designpapier passen. Ideal ist es, wenn du dir vorher deine Farben mischst und sie auf ein Probeblatt aufträgst. So siehst du, ob sie zu den Farben deiner Papiere passen. Dann kann es auch schon losgehen:

Papier anfeuchten

Je nachdem, wie saugfähig dein Aquarellpapier ist, solltest du es mit dem Pinsel anfeuchten. Allerdings nur innerhalb deines Motivs! Das verhindert, dass die Farbe zu schnell einzieht und häßliche Ränder bildet. Weiterhin verläuft die Farbe sehr gut und wenn du das Papier wirklich nicht über die Ränder hinaus angefeuchtet hast, bleibt sie sogar innerhalb deines Motivs.

Farbe auftragen

Nach dem anfeuchten kannst du deine Farbe auftragen. Bei Figuren beginne ich immer mit dem Gesicht, weil ich dadurch eine saubere Umgebung habe. Würdest du zB. zuerst die Haare colorieren und dann – während du das Gesicht colorierst – versehentlich mit dem Pinsel in diesen noch nassen Bereich kommen, würde dein Gesicht unsauber werden. Aquarellfarben lassen sich meist immer wieder mit Wasser anlösen, somit können sie auch immer verschmieren. Es gab schon Fälle, da hatten die Figuren plötzlich graue Gesichter. ;-)

Falls dir die Farbe zu blass erscheint, dann lasse die Schicht erst trocknen und trage danach eine neue Schicht Farbe auf. So kannst du mit allen Bereichen deines Motivs verfahren. Dadurch bekommst du Leben in den Stempelabdruck und erweckst dein Motiv sozusagen “zum Leben”.

Videoanleitung

Ich habe bei einer meiner Colorationen die Kamera mitlaufen lassen, ich lade dich nun herzlich zum Videotutorial ein :-)

Ich hoffe, ich konnte dir das Thema “Coloration mit Aquarellfarben” etwas näher bringen.

Weiterführende Beiträge

Wenn du damit nichts anfangen kannst, dann sind vielleicht die folgenden Methoden besser für dich geeignet?

Coloration mit Buntstiften

Coloration mit Aquarellstiften

Coloration mit Markern

Viele Grüße aus dem Papiertraumland.