Stempeln - Wie geht das?Heute möchte ich dir mein Hobby etwas näher beschreiben, denn wenn ich jemandem vom „Stempeln“ erzähle, dann ernte ich meist nur komische Blicke mit lauter Fragezeichen darin und jeder, der damit beginnen möchte, wird zwangsläufig ganz viele Fragen haben, die ich in diesem Beitrag möglichst gut beantworten möchte.

Was heißt eigentlich “stempeln”?

Viele kennen es noch aus Kindertagen – die süßen Tier- und Poststempelchen, die man dann einfach mit Filzstiften ausgemalt hat. So in etwa könnt ihr es euch vorstellen, am Prinzip selbst hat sich nämlich nichts verändert. Das bessere Material und die schier unerschöpflichen Techniken, die man mit Stempeln ausprobieren kann, sind aber mittlerweile deutlich weiterentwickelt und zu einem eigenen Industriezweig geworden. Man kann beim stempeln unglaublich viel machen, aber fangen wir ganz von vorne an.

Stempeln – was brauche ich dafür?

Hast du dich erstmal mit dem Stempelvirus infiziert, wirst du sehr schnell ganz viel und noch mehr wollen. Viele entdecken die niedlichen Stempel zuerst und möchten am liebsten gleich loslegen. Nachdem (oder bevor) du dir also einen Stempel in einem Anflug von Übereifer kaufst, fragst du dich sicher, was du damit machen sollst. Und wie funktioniert das Ganze überhaupt?

Die Grundausstattung

Die Grundausstattung besteht eigentlich nur aus zwei bzw. drei Dingen: Du benötigst

  • einen Stempel
  • einen Acrylklotz und
  • ein Stempelkissen.

Stempelarten

Es gibt verschiedene Arten von Stempeln, alle haben ihre Licht- und Schattenseiten. Ich persönlich mag Holzstempel sehr gerne. Sie haben etwas Nostalgisches an sich, sind warm und sehen schön aus. Leider nehmen sie sehr viel Platz weg.

Es gibt aber neben den klassischen Holzstempeln noch andere Stempel, ich stelle sie dir alle mal kurz vor:

Holzstempel

Holzstempel
Holzstempel von Penny Black

Bei einem Holzstempel ist das Gummi mit dem Motiv fest auf einem Holzklotz montiert. Meistens befindet sich oben ein Abdruck des Motivs mit einem Vorschlag für die spätere Coloration, damit du auch richtig herum stempelst.


Unmontierte Stempel

Unmontiertes Stempelgummi
Stempelgummi unmontiert

Wenn in einem Shop steht, dass du ein Stempelgummi kaufst, dann meint man damit einen sogenannten “unmontierten Stempel”. Du bekommst nur das reine Gummi mit der Motivprägung, welches praktisch so aus der Maschine gefallen ist. Es haftet nicht an einem Acrylklotz, sondern muss auf der Rückseite entweder mit etwas Kleber bestrichen werden (aber nur ganz wenig!) oder – das ist der bessere Weg – es muss  auf EZ-Mount “montiert” werden. Darauf komme ich nachher noch zurück.

Montierte Stempel / Clingstempel

Montierter Stempel

Damit meint man ein auf EZ-Mount vormontiertes Stempelgummi. Der Stempel befindet sich fest verbunden auf einer Art Schaumstoff, der rückseitig auf Plexiglas oder Plastik klebt. Den Stempel “klebt” einfach auf einen Acrylklotz und nimmt ihn nach dem stempeln wieder ab. Es bleiben keine Klebereste zurück und der Stempel haftet immer wieder neu. Die Handhabung dieser Stempel ist einfach und die Lagerung deutlich platzsparender als bei Holzstempeln.

Clearstamps / Klarsichtstempel

Clearstamp

Diese Stempel sind durchsichtig. Großer Vorteil: Sie haften prima an Acrylklötzen und man sieht immer , wohin man stempelt. Diese Stempel sind jedoch empfindlicher und sollten deshalb immer dunkel aufbewahrt werden. Früher las man ab und zu über Qualitätsprobleme, aber in letzter Zeit habe ich jedoch nichts Negatives mehr gehört.

Der Acrylklotz

Ein Acrylklotz ist eigentlich nichts anderes als Plexiglas. Nur eben als Klotz. Es gibt in den Bastelshops ganz viele verschiedene Acrylklötze:

  • quadratische
  • blumenförmige
  • mit Raster (aufgedruckten Linien)
  • und noch mehr…

Letztendlich hängt es von der Größe deines Stempels ab, wie groß dein Acrylklotz sein muss. Ob er dick ist oder dünn, entscheidet der persönliche Geschmack. Ich komme mit allen gut klar.

So, nun könntest du schon fast ein Motiv abstempeln und schauen, ob dir das überhaupt liegt. Du brauchst nur noch ein Stempelkissen.Auf meinem Acrylklotz siehst du ein kleines Stück doppelseitiges Klebeband – das ist ein kleiner Trick, um auch unmontierte Stempel problemlos auf deinem Acrylklotz zu befestigen. Somit brauchst du sie nicht erst montieren und kannst gleich mit dem stempeln beginnen.

Bevor ich näher darauf eingehe: Der Reiz des Stempelns liegt in den weiteren Möglichkeiten, z.B. das Colorieren von Stempelabdrücken mit Aquarellfarben, Buntstiften oder Marker. Dazu musst du dir im Klaren sein, womit du den Abdruck colorieren möchtest, denn für verschiedene Techniken gibt es verschiedene

Stempelkissen

Stempelkissen dienen dazu, die Umrisse unseres Stempels auf Papier (Pappe, Holz, Stoff…) zu bringen. Hast du also deinen Stempel und Acrylklotz bei der Hand, musst du nur noch entscheiden, welches Stempelkissen du verwenden möchtest.

Es gibt wasserfeste und wasserlösliche Stempelkissen. Ich nutze eigentlich – bis auf die speziellen Sachen – nur 2 Arten von Stempelkissen, die meine Motive gut abstempeln und für den Anfang total ausreichen:

  • Memento (nicht wasserfest)
  • Versafine (wasserfest)

Sie sind für alles, was coloriert werden soll, geeignet. Besonders für Aquarellfarben und Colorationen mit Bunttiften wie Polychromos. Beide Stempelkissen gibt es in vielen Farben. Für den Anfang reicht ein schwarzes oder braunes Kissen.

Wenn du mehr über Stempelkissen erfahren möchtest, schau in meinem Beitrag “Welches Stempelkissen wofür?”.

Wie wird gestempelt?

Nun hast du deinen Stempel, Stempelkissen, Papier und ggf. Acrylklotz vor dir. Na dann los! Lass uns Stempeln!

  1. Drück deinen montierten Stempel oder deinen Clearstamp mit der Rückseite auf den Acrylklotz, er wird dort von ganz allein haften. (Bei Holzstempeln drehst du ihn einfach zu dir um.)
  2. Nimm dein Stempelkissen und betupfe damit deinen Stempel solange, bis alle Linien des Motivs eingefärbt sind.
  3. Nun legst du das Stempelkissen beiseite, drehst den Stempel um und stempelst das Motiv auf dein Papier. Drücke bei Clearstamps nicht zu fest auf.
  4. Achte darauf, während des Stempelns nicht zu verrutschen, sonst wird der Abdruck unsauber.
  5. Nimm den Stempel nun vom Papier. Den Abdruck lässt du kurz trocknen.

Danach kannst du das Motiv colorieren oder das Motiv auf einer Grußkarte etc. anbringen.

Problem beim Stempeln

Der Stempel klebt nicht am Acrylklotz

Auch dafür gibt es eine Lösung!
Entweder hast du nur das blanke, unmontierte Stempelgummi erwischt – dann klebe es vorübergehend einfach mit doppelseitigem Klebeband auf deinen Acrylklotz.

Oder: Dein montierter Stempel oder Clearstamp ist schon ziemlich oft benutzt worden oder staubig. Hier hilft es, einfach mit Wasser und Spüli den Stempel zu säubern oder aber die Rückseite ganz leicht anzufeuchten (das mache ich immer). Schon haftet wieder alles und du kannst in Ruhe stempeln.

EZ-Mount? Stempel Montieren?

Das hab ich mir gedacht, dass du das fragst ;-) Tröste dich, mir ging es genauso. Eigentlich ist es gar nicht schwer, es ist nur ein wenig zusätzliche Arbeit.

Was ist EZ-Mount?

EZ-Mount zur Stempelmontage
Auf die bedruckte Seite wird der Stempel aufgeklebt.

EZ-Mount ist wie ein dickes Blatt Schaumstoff. Wenn du es geliefert bekommst, wirst du sehen, dass beide Seiten mit Papier beklebt sind. Eine Seite ist ganz weiß – das ist die, die du für den Acrylklotz brauchst (also wiederablösbar). Die andere Seite ist bedruckt, wenn du das Papier anhebst, merkst du, dass es darunter mächtig klebt. Das ist die Seite, die wir brauchen.

Montage auf EZ-Mount

Ich gehe immer so vor (obwohl es nicht die sparsamste Möglichkeit ist):

  • Zuerst lege ich mein Stempelgummi mit dem Motiv nach oben, also zu dir, auf die bedruckte Seite des EZ-Mount.
  • Nun schneide ich aus dem Bogen um meinen Stempel herum, nicht zu knapp.
  • Jetzt nehme ich das bedruckte Papier ab und platziere meinen Stempel mit der Rückseite darauf. Nun klebt mein Stempelgummi schön fest. Tipp: Eventuell überstehendes EZ-Mount mit Mehl oder Babypuder bestäuben, dann klebt es nicht mehr.
  • Jetzt schneide ich mit einer scharfen Schere an den Konturen meines Stempels entlang, immer schön gerade und winklig. Vorsicht, dass du nicht das Motiv erwischst!
  • Nun ist dein Stempel montiert und du kannst ihn ganz normal auf Acrylblöcken benutzen.

Einen schön bebilderten Workshop dazu findet ihr übrigens bei Gabi.

Wo kann ich Stempel und Zubehör kaufen?

Stempel gibt es wie Sand am Meer. Zu den Holz-, Gummi- und Klarsichstempeln gesellen sich auch immer mehr digitale Stempel, die ich aber gar nicht mag, weil sie meiner Meinung nach nichts mehr mit dem Stempeln an sich zu tun haben. Aber das kann jeder halten, wie er möchte.

Stempelshops findest du, wenn du die üblichen Verdächtigen bei google eingebt. Alternativ kannst du gerne in meiner Shopliste für Bastelzubehör stöbern. Die dort genannten Shops führen auch das notwendige Zubehör wie Stempelkissen, Acrylblöcke und jede Menge hübsches Papier.

Muss ich meine Stempel reinigen?

Ja, das wäre ab und zu durchaus angebracht ;-). Hast du erst wenige Stempel und bist noch nicht so vertraut mit Stempelkissen und Farben, dann reicht ein Baby-Feuchttuch, womit du deine Stempelchen abwischt.

Benutzt man allerdings spezielle Stempelkissen wie Versamark oder StazOn, sollte man die Anschaffung eines Stempelreinigers nicht scheuen. Immerhin will man ja noch lange etwas von seinen Schätzchen haben.

Es gibt die verschiedensten Stempelreiniger, sogar Schrubbkisten, worin man diese reinigen kann. Ich nutze für alle Stempel den Reiniger von Technique Tuesday, einfach aufsprühen und mit einem weichen Tuch abwischen. Fertig! Benutze niemals scharfe Reiniger oder harte/ spitze Gegenstände, damit zerstörst du deine Stempel.

So, ich hoffe, ich konnte dir den Einstieg in dieses wunderschöne Hobby etwas erleichtern. Falls du schon jetzt mit dem Stempelvirus infiziert worden bist, dann verweile doch noch ein wenig und schaue dich um.

Viele Grüße aus dem Papiertraumland.


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