Bestimmt hast du schon von dem Trend “Art Journaling” gehört, so ganz neu ist er ja nicht mehr. Als ich zum ersten Mal durch Zufall auf YouTube gesehen habe, wie eine Art Journal Seite entsteht, war ich total fasziniert. Und wer kennt sie nicht, die wunderschön “illustrierten” Seiten von Vicky Papaioannou?

Dieser Beitrag besteht aus verschiedenen Absätzen, die ich dir gerne klickbar gemacht habe. So kannst du direkt zu dem Thema springen, welches dich interessiert:

Was ist Art Journaling überhaupt?
Welches Material brauche ich dafür?
Ich kann das nicht!
Art Journaling ergibt für mich keinen Sinn!
Vorschläge und Ideen, ein Art-Journal zu füllen

Was ist Art Journaling denn eigentlich genau?

Ein Art Journal ist so etwas wie ein Kunst-Tagebuch. Am meisten sieht man Art Journals im Mixed Media Bereich, wo die Seiten mit Farben, Pasten und allerlei anderen Dingen gestaltet werden. Das können Stempel, Bänder, Stoffe, Papierschnipsel, Knöpfe, Metallteile, Folien und noch vieles mehr sein.

Art Journaling bedeutet also nichts anderes als mit Stiften, Farben und allerlei anderen Dingen ein kleines (oder großes) Buch künstlerisch zu befüllen. Dabei sind dir keine Grenzen gesetzt. Das Buch kann ein Notizbuch, ein alter Roman oder eine Zeitschrift sein. Du musst nicht mit Gesso und Pasten arbeiten, du kannst in deinem Buch auch andere Dinge tun,

Beispiele:

  • malen und skizzieren
  • Schönschrift üben (Handlettering)
  • kleine Zeichnungen von deinem Tag, deiner Woche etc. anfertigen
  • Zettelchen einkleben (Quittungen, Tickets etc.) und ein wenig dekorieren
  • oder einfach nur deiner Phantasie freien Lauf lassen.

In einem Art Journal ist alles erlaubt. Es geht eigentlich nicht darum, dass es ein richtiges Kunstwerk wird, denn das ist es am Ende sowieso, und zwar für dich. Wenn du dein erstes Art-Journal gestaltet hast oder auch nur wenige Seiten, wirst du es immer wieder mit Freude durchblättern und dich an manche Situationen oder Erlebnisse erinnern.

Für mich geht es beim Art Journaling eher darum, freie Zeit kreativ zu nutzen. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Erinnerungen oder spontane Ideen festzuhalten. Einfach mal etwas Kreatives tun, was Spaß macht und was niemandem sonst gefallen muss.

Kurz gesagt: Es ist ein ganz tolles Hobby, welches weder viel Platz noch Zeit noch Material benötigt, um sich kreativ auszuleben. Alles ist erlaubt – es gibt keine Regeln!

Welches Material brauche ich dafür?

Eigentlich brauchst du nur sehr wenig Material, und genau das ist das Tolle daran. Du schleppst nicht deine ganzen Farben plus Gesso und Pasten etc. mit dir herum. Im Grunde genommen benötigst du nur ein kleines Notizheft und einen Stift. Ganz simpel.

Notizhefte bekommst du überall, die meisten haben ziemlich dünne Seiten. Du kannst in gut sortierten Schreibwarenläden oder -abteilungen auch eines mit dickeren Seiten (zB. ein Skizzenbuch) benutzen oder auch eines mit Seiten für Aquarellfarben*. Letztendlich kommt es darauf an, ob du eher mit trockenen Medien (Bleistift, Buntstift) oder nass (Aquarell, Acryl) arbeiten möchtest.

Ich empfehle dir übrigens eine Größe von max. A5, sonst sind die Seiten schnell zu groß und du fühlst dich überfordert. Denke daran, dass du immer Doppelseiten zur Verfügung hast, wobei du auch nur auf einer Hälfte kreativ sein kannst. Wenn du lieber dein eigenes Notizbuch herstellen möchtest, kannst du das gerne tun. Wie man das schnell und einfach bewerkstelligen kann, erfährst du in diesem Beitrag.

Natürlich kann man mit nur einem Stift ein ganzes Heft füllen, aber die meisten Leute möchten auch etwas Farbe in ihr Tagebuch bringen, daher kannst du auch Buntstifte, Gelstifte, Fineliner, Aquarellfarben und noch viele andere Dinge benutzen.

Du kannst es ja einmal ausprobieren:

Wenn du dir nicht sicher bist, ob Art Journaling überhaupt etwas für dich ist, dann stelle dir einfach mal ein kleines Mäppchen zusammen, fast so wie in der Schule. Mit Bleistift, Füller oder Fineliner und ein paar Buntstiften. Und dann probierst du es einfach mal. Kritzele, zeichne Formen oder Blümchen oder einfach nur Linien und male die Bereiche aus. Bestimmt wird es dir gefallen. Und wenn nicht, dann bist du um eine Erfahrung reicher. Dann solltest du dir vielleicht noch meine anderen Vorschläge durchlesen.

Hmmmm, in deinen Gedanken lese ich gerade, dass du noch nicht so richtig weißt, was dir gefallen würde. Mein Tipp: Fange klein an. Nichts ist schlimmer, als vor einem riesigen Haufen Farben zu stehen und nicht zu wissen, wie man denn nun am besten anfängt und womit. Meist kommt noch die Angst vor der leeren Seite dazu. Plötzlich ist der Kopf leer, man traut sich nichts mehr zu und denkt am Ende gar:

Ich kann das nicht!

Genau. Schon klar. Kenne ich ganz genau. Gilt aber nicht, denn: Das gleiche denke ich auch immer (wirklich immer!), wenn ich Videos sehe, in denen die schönsten Seiten scheinbar spielerisch leicht entstehen. Dabei bin ich mir sicher, dass – bis auf wenige Ausnahmen vielleicht – jeder vorher ein Konzept gemacht hat. Da werden Farben und Motive gesucht, dazu liegt auch noch ein Spruch parat, der zu der ganzen Matscherei auch noch Sinn ergibt. Ganz so “zufällig” entstehen diese Seiten bestimmt nicht. Aber das ist in Ordnung. Und natürlich haben diese Künstler auch schon sehr viel Erfahrung, sie kennen ihr Material und wissen, was wir sehen wollen. :-)

Aber darum geht es hier gar nicht. Hier geht es nur darum, ein kleines Buch zu gestalten. Du musst weder zeichnen können oder sonst irgendwie begabt sein. Du kannst auch alles voller Kreise oder Kringel zeichnen oder Dreiecke und Quadrate. Oder du schreibst kleine Texte und umrahmst sie. Mach einfach das, was dir gefällt und nichts, was anderen gefallen soll. Ein Art Journal ist dein ganz eigenes privates Kunst-Tagebuch. Niemand wird es jemals sehen, sofern du es nicht herumzeigst.

Eine weitere Frage ist ganz oft: Und wozu brauche ich sowas? Was hat ein Art Journal für einen Sinn? Das brauche ich doch gar nicht. Ja, diese Gedanken waren die ersten, die mir im Kopf herumschwirrten. Ich fragte mich, was daran gut sei, wozu ich das überhaupt brauche und war anfangs ebenfalls der Meinung:

Art Journaling ergibt für mich keinen Sinn!

Zum Glück habe ich mich noch einmal innerlich gedreht, momentan habe ich nämlich richtig Lust auf´s Art Journaling.

Glaub mir, ich bastle nie etwas, was überhaupt keinen Sinn hat. Kann ich gar nicht. Habe ich auch keine Lust zu. Was für die Bastelei gilt, gilt auch beim Art Journaling. Für mich macht die Sache durchaus einen Sinn, nämlich zum üben und um Material zu testen oder einfach, um mal etwas kreatives zu tun ohne Zwang oder Druck. Einfach nur zum Spaß.

In einem Art Journal kannst du zB. testen:

  • Sind diese oder jene Stifte/ Stempelkissen/ Farben wasserfest?
  • Bleibt Strukturpaste wirklich weiß nach dem auftragen?
  • Wie macht man diese Farbspritzer?
  • Kann ich über Pasten/ Farben drübermalen und womit?
  • Wie färbe ich Pasten ein?
  • und mehr…

Du siehst, es gibt ganz viel, was man ausprobieren kann. Und selbst, wenn du nur Handlettering übst oder versuchst, etwas zu zeichnen, so ist es doch dein ganz persönliches Art Journal. Es muss nicht immer mit Farben und Pasten herumgeschmiert werden.

Außerdem hast du so die Möglichkeit, neue Layouts, Stempel usw. auszuprobieren, mit Sketchen zu arbeiten oder einfach nur mit einem Stift drauf los zu malen.

Eine Seite in meinem Art Journal.

Vorschläge & Ideen, ein Art Journal zu füllen

Ich möchte dir nun noch ein paar kleine Tipps geben, wie du ein Art Journal führen kannst, ohne gleich überfordert zu sein. Ich habe nämlich soooo viele Ideen, die ich gerne umsetzen möchte. Leider fehlt mir die Zeit, aber vielleicht ist für dich etwas dabei:

  • Wenn du Kinder hast, mache jede Woche ein Bild von ihnen und gestalte dein Notizbuch als eine Art Kalender. Male Blümchen um die Fotos herum oder rahme sie mit deinen Stiften einfach nur bunt ein. Vielleicht lernt dein Kind gerade sprechen und sagt so lustige Wörter? Schreib sie in dein Notizbuch, mit bunten Stiften. Ein paar Kringel drumherum – fertig.
  • Das gleiche kannst du machen, wenn du zB. einen Hund hast. Schreibe rein, was ihr gerade übt oder was Wuffi gelernt hat. Mache Fotos und kleb sie ein.
  • Male einfach nur lauter dicke Kringel auf die Seite, in verschiedenen Farben. Danach malst du mit dem Fineliner einfach einmal drumherum. Auf der nächsten Seite malst du dann etwas anderes, zB. Zackenmuster.
  • Wenn du gern zeichnest, dann zeichne jeden Tag einen Gegenstand ab. Wenn du magst, kannst du noch Farbe hinzufügen, aber das musst du nicht.
  • Gesichter sind immer ein beliebtes Thema. Zeichne doch einfach mal dein Notizbuch voller Gesichter und versuche, unterschiedliche Gesichtsausdrücke einzufangen.
  • Nimm es mit in den Urlaub und mache ein kreatives Urlaubstagebuch draus. Ein paar Erlebnisse und ein paar Stifte – mehr braucht es dazu nicht. Du kannst auch kleine Fotos mit einem Minidrucker ausdrucken und einkleben.
  • Du kannst eine Übersicht aller deiner Stencils anlegen. Die Hintergründe der Seiten kannst du in verschiedenen Farben gestalten und dann tupfst du einfach abwechselnd mit jeder Schablone (Stencil) Farbe auf. So siehst du die Wirkung deiner Schablonen mal “schwarz auf bunt” und kannst sie so auch noch katalogisieren.
  • Apropos Farben: Mach dir doch ein Farbenbuch. Stemple ein kleines Motiv mit all deinen Stempelkissen immer wieder ab und schreibe dir die Farbe dazu. Das Gleiche kannst du mit deinen Buntstiften machen – kritzele eine kleine Probe aufs Papier und schreibe die Farbe daneben.

Ich glaube, das waren jetzt ziemlich viele Vorschläge und Ideen für ein Art Journal und ich bin sicher, dass für dich bestimmt eine Idee dabei war, die du zumindest gut fandest. Einige Ideen sind vielleicht eher was für ein Travelers Notebook, aber wie ich bereits am Anfang meines Beitrags geschrieben habe: Es gibt keine Regeln!

Art Journal Mini Leporello
Beispiel: Art Journal in Form eines Mini Leporellos (Klicke auf das Bild, um zum Beitrag mit Video zu gelangen)

Ich würde mich natürlich freuen, wenn du eine Idee davon umsetzt und mir davon berichtest, das wäre toll! Oder hast du noch andere Vorschläge? Dann her damit! Und falls du Fragen hast, dann schreibe sie direkt in das Kommentarfeld unter diesem Beitrag.

Bis dahin, ich wünsche dir eine kreative Zeit und einen guten Start ins Art Journaling.

Viele Grüße aus dem Papiertraumland.

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